Quartissimo © Michael Böhmländer

Samstag, 21. Mai 2022

Quartissimo

DAS PROGRAMM
Swarovski Business Building Brandtgut, Wattens

 16.30 Uhr
Einführungsgespräch mit Thomas Larcher

 17.30 Uhr
Quartissimo
Hannah Alber (Violine), Clara Spieler (Violine), Jonas Alber (Viola), Emil Spieler (Violoncello)

 Antonín Dvořák
Streichquartett F-Dur op. 96, »Das Amerikanische« (1893), 28’
Allegro ma non troppo
Lento
Molto vivace
Vivace ma non troppo

 Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquartett f-Moll op. 80 (1847), 26’
Allegro vivace assai
Allegro assai
Adagio
Finale. Allegro molto

Bei "Musik im Riesen" erhalten junge und jüngste Tiroler Musiker:innen regelmäßig die Möglichkeit, von Weltstars in Masterclasses unterrichtet zu werden und beim Festival aufzutreten.

2022 sind es die vier Streicher:innen von Quartissimo, die im Rahmen des Masterclass-Programms »Impuls« vom Bratscher des Belcea Quartet, Krzysztof Chorzelski, auf ihr Konzert bei »Musik im Riesen« vorbereitet werden. Gegründet wurde Quartissimo 2016 von den zwei Geschwisterpaaren Hannah Alber (Violine) und Jonas Alber (Viola) sowie Clara Spieler (Violine) und Emil Spieler (Violoncello). Ausgebildet von der Violinistin Ivana Pristašová, gewannen sie beim Bundeswettbewerb prima la musica den ersten Preis und einen Sonderpreis. 2019 folgte die Auszeichnung beim Kammermusikwettbewerb Goldene Note im Wiener Konzerthaus. 2020 lud sie der Bassbariton Erwin Schrott ein, an seinem Tangoprogramm »El Diablo« mitzuwirken.

Mit Erwin Schrott und dem Tango wandte sich Quartissimo musikalisch dem Süden des amerikanischen Kontinents zu, für "Musik im Riesen" wählte das Quartett ein Werk aus, das im amerikanischen Norden komponiert wurde: Antonín Dvořáks Streichquartett F-Dur op. 96. Der tschechische Komponist leitete ab 1892 auf Einladung der Mäzenin Jeannette Thurber das National Conservatory of Music in New York. Damit verknüpft war der Auftrag, die Grundlagen für eine eigenständige amerikanische Musik zu schaffen. Dvořák versprach sich wesentliche Impulse von der Musik der indigenen und schwarzen Bevölkerung, deren Melodien er als »pathetisch, zart, leidenschaftlich, melancholisch, ernst, religiös, kühn, heiter, fröhlich« empfand. Er ließ sich davon zu eigenen Werken wie dem »amerikanischen« Quartett inspirieren, verwendete aber keine bestehenden Themen, sondern erfand eigene, in die er Besonderheiten der amerikanischen Musik einfließen ließ.

Im zweiten Teil des Konzerts führt das letzte Streichquartett von Felix Mendelssohn Bartholdy zurück nach Europa, genauer in die Schweiz. Dorthin zog sich der Komponist im Sommer 1847 zurück, um nach dem überraschenden Tod seiner Schwester Fanny Hensel »wieder mehr Haltung« zu gewinnen. Seine Aufzeichnungen, aber auch die Musik selbst zeugen davon, wie erschüttert er von dem Verlust war. Die dunkle Grundstimmung und Zerrissenheit des Werks lassen an ein Requiem denken, mit dem er seiner Schwester und engsten musikalischen Beraterin gedachte.