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Aaron Pilsan
© Marie Staggat

SOnntag, 26. mai 2019

Aaron Pilsan

am Klavier

Aaron Pilsan
© Marie Staggat

»Home« – Heimat – heißt die aktuelle CD des jungen Pianisten Aaron Pilsan, die er gemeinsam mit dem Cellisten Kian Soltani Anfang 2018 veröffentlichte. Heimat ist hier zum einen ganz konkret an eine Region gebunden. Pilsan ist – wie Soltani auch – in Vorarlberg geboren und aufgewachsen. Er hat seine Ausbildung dort begonnen (und sie später bei Karl-Heinz Kämmerling und Lars Vogt in Deutschland fortgesetzt) und seine internationale Karriere unter anderem mit Auftritten bei der Schubertiade begründet. Heimat bedeutet für Musiker zugleich ein Zu-Hause-Sein in der Musik, in diesem Fall in der österreichischen und deutschen Romantik, bei Franz Schubert und Robert Schumann. Seine Verbundenheit mit dieser Epoche, aber auch mit der Wiener Klassik und dem Impressionismus demonstriert Aaron Pilsan bei der Matinee von »Musik im Riesen« anhand von vier Kompositionen. Beethovens Sonate op. 10 Nr. 3 und Franz Schuberts Vier Impromptus D 935 sind charakterisiert von der Vielfalt der Stimmungen und Klangfarben: Brillanz und Düsternis sind bei Beethoven, Leichtigkeit, Strahlkraft und volksliedhafte Schlichtheit bei Schubert eng miteinander verbunden.

Joseph Haydns Sonate C-Dur Hob. XVI: 50 und Karol Szymanowskis »Metopen« lassen hingegen an Weggang und Rückkehr denken, an die Eindrücke, die in der Ferne zu gewinnen sind, und an die Möglichkeiten, sich diese musikalisch zu eigen zu machen. Karel Szymanowski ließ sich von den dorischen Tempeln auf Sizilien anregen und komponierte Musik über ihre Metopen – Reliefplatten im Fries mit mythologischen Szenen. Haydns drei »Englische Sonaten«, von denen Pilsan eine aufs Programm gesetzt hat, entstanden kurz vor seiner Abreise aus London für die Pianistin Therese Jansen. Sie tragen nicht nur der Virtuosität der Interpretin Rechnung, sondern auch den technisch ausgereiften englischen Hammerklavieren jener Zeit mit ihrem vollen Klang und großen Tonumfang.